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julimond User am 9.11.2009, um 0.08 Uhr |
Hallo,
ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll, im Moment bin ich ziemlich verzweifelt und weiß nicht, was ich denken soll.
Ich wurde als männliches Wesen geboren, lebe seit 17 Jahren im "falschen" Körper.
Mit 12 Jahren machte ich mir schon die ersten Gedanken darüber, wie es sein würde, als Mädchen zu leben, wagte es aber nie meine Gedanken und Gefühle in diesem Bereich anderen Menschen zu zeigen.
Ich war von Anfang an anders als die meisten Jungs in meinem Alter.
Ich spielte mit vorliebe mit Spielsachen die eher ins feminine gingen, ich sammelte Diddlblöcke, spielte eher mit Mädchen, mit Jungs habe ich mich nie so richtig verstanden und fühlte mich generell eher weiblich.
Irgendwann fing ich an, mich heimlich in meinem Zimmer als Mädchen zu verkleiden und mich zu schminken.
Ich fing an mit Alltagsgegenständen zu versuchen, mein Äußeres immer femininer wirken zu lassen, stopfte Socken in einen selbstgebastelten BH, zog mehrere Unterhosen übereinander an, um die Illusion einer breiteren Hüfte zu bekommen usw.
An Kaneval habe ich es sehr genossen, als "Mädchen" akzeptiert worden zu sein, selbst mit meinem selbst gewählten Namen Juli bin angesprochen worden.
So langsam fängt mein Nervenkostüm an zu bröckeln, ich fange an schlecht zu schlafen, wenn überhaupt häufig nur mit Alpträumen, fühle mich einfach mies und könnte mich jederzeit übergeben.
Ich möchte von außen so akzeptiert werden, wie ich bin, nämlich nicht männlich.
Seit längerer Zeit versuche ich eher femininer nach außen zu wirken, ich versuche weiblichen Still in meine Alltagsklamotten zu bringen, ziehe eher etwas engere Hosen an und generell eher neutrales, was beide Geschlechter anziehen können.
Ich habe das Gefühl, dass meine Umgebung mich inzwischen nicht mehr so recht akzeptiert.
regelmäßig sprechen mich Menschen an und fragen mich ob ich Schwul sei, bezeichnen mich als unnormal oder gehen mir aus dem Weg.
Vor 2 Wochen habe ich mir ein Herz gefasst und mit einer Freundin über das Thema gesprochen, jedoch schien sie dazu eher befremdet.
Generell versuche ich in meinem Umfeld abzutasten, wie die anderen dazu stehen, ob sie sich schon einmal Gedanken gemacht haben und vorstellen könnten ins andere Geschlecht zu schlüpfen.
Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll, so wie es jetzt läuft kann es jedenfalls nicht bleiben.
Ich habe wahnsinnige Angst davor, dass wenn ich mich Oute, sich die Leute von mir abwenden, mich als Monster sehen und ganz besonders davor, wie meine Familie reagieren würde.
Ich habe einfach zu viele negative Erfahrungen gemacht.
Sicher seht ihr mich auch als psychisch krank an, vielleicht bin ich das ja auch.
Juli Der Beitrag wurde von julimond am 9.11.2009, um 0.15 Uhr bearbeitet. |
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panter User am 9.11.2009, um 0.46 Uhr |
hei julimond
als erstes so bist du auf jedenfall nicht krank das im voraus gesagt
das es so ist wie du schreibst das liegt eben in deinen genen und dafür kannste nichts
die natur bringt schon mal was durcheinander was da zu problemen führt
aber du bist ganz sicher nicht der einzige der dieses problem hat
leider ist unsre gesellschaft immer noch in so vielen faellen soooooooooooooo intolerant
sobald jemand nicht in ihre norm passt wird derjenige gemoppt ja als aussenseiter gestempelt und von vielen geaechtet was ja dann für den betroffenen ganz schlimm ist
so wie du es beschreibst
das schlimme ist ja für dich die angst was passiert wenn du deinen eltern oder freunden das sagen würdest
wenn deine freunde wirkelich gute freunde sind würden die das einfach akzeptieren
aber in deinem alter haben sicher die meisten jugendlichen auch ihre probleme und können sich nicht in deine situation hineinversetzen
ganz klar auch das dir das zu schaffen macht und viel energie verbraucht sodass das eine grosse nervliche belastung ist
haste schon mal im internett versucht menschen zu finden die das gleiche problem haben oder gehabt haben und wie die das gelöst haben
das gibts ganz sicher und die könnten dir sicher mit rat und tat zur seite stehen
akzeptier zuerst dich selbst wie du bist
such anschluss an gleichgesinten übers internett
vielleicht gibts solche vereinigung in deiner naehe
da könntest du auf jedenfall deine wünsche ausleben übers wochen ende ohne erst mal schwierigkeiten in deiner umgebung zu bekommen
wenn du dann elter bist dann wirste leichter einen weg finden so sein zu können wie du es möchtest
herzliche grüsse
panter
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julimond User am 9.11.2009, um 12.15 Uhr |
Keiner weiß so recht, wie ich fühle.
Ich habe mir vorgenommen, mich mit Menschen zu unterhalten, die den Schritt gewagt haben, aber ich habe es nicht.
Ich bin durcheinander, weiß nicht was ich denken, weiß nicht wie ich mich verhalten, weiß nicht was ich glauben soll.
Ich will normal leben, ohne diesen inneren Druck.
Warum muss Gott mir so etwas antun, hat er vielleicht spaß daran, mich leiden zu sehen!!!
Warum hat er mir dieses Leid nicht erspart?
Wir leben in einer grausamen Welt, die Menschen sind wie wilde Tiere, die über das Monster....das Andere herfallen.
Ich fühle mich einsam, fühle mich leer, ich könnte einfach nur heulen.
Ich habe leider einen falschen Weg eingeschlagen, ich habe angefangen zu ritzen, um zu spüren, um mich für mein Denken selbst zu bestrafen.
Wenn ich das Blut sehe und die Schmerzen spüre, dann weiß ich, dass ich noch etwas anderes empfinde als leere.
Ich möchte damit aufhören, weiß aber nicht wie, ich schaffe es einfach nicht. |
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MichaelA Fachteamer/in am 9.11.2009, um 12.28 Uhr |
Hallo Julimond,
ich bin Michael und Fachteamer i. d. kids-hotline. Es war eine mutige und gute Entscheidung Dich an die kids-hotline zu wenden, und die erste Reaktion gibt es ja schon. Zunächst ist es sehr wichtig, dass Du keinen Grund hast, Dein Wesen als "krank" oder "unnormal" bezeichnen zu lassen. Alle Menschen tragen sowohl weibliches als auch männliches in sich, und bei Dir könnte es eben so sein, dass Dein männlicher Körper in Widerspruch zu Deinem weiblichen sein steht. Das ist sicher sehr anstrengend und verwirrend, besonders in einer Gesellschaft wie unserer, die gerne alles sicher in Schubladen stecken und verwahren will. Gerade weil sie auch Angst hat.
Ich denke schon das es sehr wichtig sein könnte sich mit anderen Menschen zu unterhalten, die dieses Gefühl, diesen Widerspruch in sich fühlen bzw. gefühlt haben. Hast Du Dich schon mal nach Selbsthilfegruppen in Deiner Gegend erkundigt? Könntest Du Dir vorstellen dort einmal mit jemandem in Kontakt zu treten?
Oft haben die Menschen dort Erfahrungen mit dem Outen, mit Möglichkeiten z.B. einer Operation etc. Das wird alles nicht schnell gehen und auch sicher nicht einfach sein, aber ich glaube nicht, dass Ritzen Dich weiterbringen wird!
Viele Grüße
Michael
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MichaelA
kids-hotline - Onlineberatung für Jugendliche
Fachteamer/in
Glaube, Sinn und Leben, Ich und die Anderen und Familie und Gewalt |
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julimond User am 9.11.2009, um 13.01 Uhr |
Danke Michael,
ich habe schon einmal darüber nachgedacht, ich fürchte mich davor mit Menschen von angesicht zu angesicht über das Thema zu sprechen.
Ich habe Angst falsch verstanden zu werden, wie die anderen Male zuvor auch.
Ich wüsste leider auch nicht, wo es hier Selbsthilfegruppen oder ähnliches geben würde.
Die meisten in solchen Gruppen sind wahrscheinlich weit über meinem Alter.
Ritzen ist nicht gut, das habe ich selbst schon erkannt und ich hasse mich dafür, damit angefangen zu haben.
Ich weiß nicht, wie ich aufhören soll, jedes mal wenn ich mich schlecht fühle habe ich das Verlangen.
Danach fühle ich mich besser.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber Danke |
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panter User am 9.11.2009, um 17.07 Uhr |
hei julimond
bins noch mal
klar ist deine situation nicht einfach
aber ganz sicher ist das du menschen an deiner seite brauchst die dich verstehen und dich unterstützen was dir unglaublich helfen wird
denn was du in dir fühlst und das andre dich sicher nicht verstehen können geht an die grenzen was man ertragen kann aber du lernst enorm viel für dein spaeteres leben
wie ich dir schon sagte geh ins internett such unter transexuell
da gibts viel aufklaerung und kommst in verbindung mit gruppen die dir helfen
kenne auch einen mann aus dem bekanntenkreis meiner familie ein mann mit dem ich mich oft unterhalten habe war ein tüchtiger handwerker
unterzog sich einer op zur frau arbeitete als frau für eine selbsthilfegruppe für auf diesem gebiet
nach vielen vielen jahren kam seine maennlichkeit wieder durch neue op zum mann
arbeitet heute wieder im selben beruf wie früher
arbeitet auch immer noch über internett und persönlich für suchende menschen nach seiner intentitaet
da liegt die hilfe die du brauchst ja dringend brauchst damit der innere druck von dir genommen werden kann und vom ritzen loskommen kannst
herzliche grüsse
panter
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julimond User am 10.11.2009, um 0.37 Uhr |
Ich habe heute abend ein paar Freundinnen von dem Ritzen erzählt, sie waren schockiert und hätten das von mir niemals erwartet.
Letztendlich sind wir zu dem Schluss gekommen, das eine Therapie wohl das beste für mich ist.
Gleich morgen werde ich einen Termin im Psychatrischen Zentrum vereinbaren und mir, so schwer es mir auch fällt helfen lassen.
Vor lauter Schiss kann ich nicht schlafen, mal schauen, was der Tag morgen bringt.
Vielen Dank für die Hilfe, schlimmer als jetzt kann es ja nicht werden.
Liebe Grüße
Juli |
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MichaelA Fachteamer/in am 10.11.2009, um 10.49 Uhr |
Hallo Julimond,
die Idee, sich helfen zu lassen ist gut. Meinst Du es gelingt Dir dort über Dein "eigentliches" Anliegen zu sprechen.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Ritzen für Dich Stressabbau im Bezug auf Dein wirkliches Lebensthema ist. Es ist sehr wichtig, dass Du Dir da Hilfe holst. Eigentlich müßten die in der Klinik Anschriften von Selbsthilfegruppen etc. haben. Können wir hier noch etwas für Dich tun?
Ich drück Dir die Daumen viele Grüße
Michael
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MichaelA
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Glaube, Sinn und Leben, Ich und die Anderen und Familie und Gewalt |
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julimond User am 10.11.2009, um 13.15 Uhr |
So, ich habe heute morgen schon einen Termin bekommen und war auch da.
Ich habe mit der Ärztin gesprochen und sie hällt es für die beste Idee mich stationär aufzunehmen.
Von meinem eigendlichen Problem habe ich ihr noch nichts gesagt, dafür ist es einfach noch zu früh.
Es geht einfach zu schnell.
Ich denke, das wird wohl das beste sein, auch wenn ich noch einige Hemmungen habe.
Vor allem, weiß ich nicht, wie ich es meinen Eltern beibringen soll.
Nächste Woche fange ich dann mit der Therapie an, vorerst bin ich von der Schule befreit, wenigstens ein kleiner Trost
Vielen lieben Dank an euch, für die Unterstützung.
Liebe Grüße
Julimond |
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panter User am 10.11.2009, um 16.28 Uhr |
hei juimond
super das du dir so schnell hilfe geholt hast
brauchst keinen schiss zu haben in der klinik
das ist fachpersonal das dir gerne helfen möchte
ich an deiner stelle würde das wichtigste was dich bedrückt gleich zur sprache bringen damit man das eigendliche problem gleich bearbeiten kann anstelle die symtonewie ritzen schlaflosigkeit usw
frei von der leber reden keine umwege
wie denkste darüber
was deine eltern anbetrifft ,die wir ja nicht kennen in ihrer grundeinstellung,so sollste mal ansprechen und ihnen ganz ruhig mal erklaeren was dich ab 12 jahren so bedrückt hat für etwas worüber du keine kontrolle hast
dei waeren einer der besten stützen wenn sie es akzeptieren könnten und dir erlauben zu hause einfach mit maedchenkleidung herumzugehen
müssen sicher auch bischen zeit haben sich in deine situation hineinversetzen zu können
und da ist es super das du in der klinik bist und die aerzte dir dabei helfen
super hab keine angst dort wird dir geholfen um mit deinen gefühlen besser umgehen zu können
hatte schon ne liste über anlaufstellen von ganz deutschland
aber die in der klinik machen das schon für dich
drücke beide daumen für dich super das du so schnell für dich die sache in angriff genommen hast
herzliche grüsse
panter
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